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Medizinhistorisches Museum 2016
Medizin in der Antike - Seelenlehre und tote Körper

Unter dem Titel "Die Seele ist ein Oktopus. Antike Vorstellungen vom belebten Körper" präsentierte das Berliner Medizinhistorische Museum der Chartié eine Ausstellung, die die Dauerausstellung am Standort am Charitéplatz 1 ergänzte und die der Grundkurs Latein am 05. Juli 2016 besuchte. Im Folgenden werden einige Inhalte der überaus spannenden und anschaulichen Präsentation dargestellt:

Benennen Sie wichtige antike „Mediziner“ und Personengruppen, die in der Antike Krankheiten behandelten.
Die Ärzte Galen und Hippokrates, die Philosophen Platon, Praxagoras, Aristoteles, Empedokles und Heraphilos, weitere Stoiker

Notieren Sie, wie man in der Antike Gesundheit definierte.
Psyche und Körper mussten im Gleichgewicht sein, nur das Zusammenspiel von beiden konnte zu wirklicher Gesundheit führen. Dieses ließ keine Einschränkungen von Sinneswahrnehmungen zu, ebenso galten abweichende Ess-, Schlaf- und sexuelle Gewohnheiten sowie Denkweisen, Sprach- und Gedächtnisstörungen als krankhaft. Auch moralische Abweichungen, geistige Unausgeglichenheit sowie emotionales Leid zählten dazu. Sportliche Betätigung stärke den Körper, halte ihn in einem optimalen Zustand und in einer ausgewogenen Mischung der 4 Säften Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle.

Beschreiben Sie die Vorstellung von der menschlichen Seele in der Antike.
Die Seele läge im Herzen oder im Gehirn; sie bestehe aus 3 Teilen:
ratio = Vernunft = Sitz im Hirn;
Mut = Gefühl = Sitz im Herzen;
Begehren = Ernährung, Wachstum, Fortpflanzung = im Unterleib, Leber
Bei den Stoikern ist die Vernunft der führende Seelenteil. Diese hatten ebenfalls die Vorstellung, dass veredelte eingeatmete Luft (Pneuma) der Seele diene. Die Seele organisiere das Funktionieren des Körpers und sei zuständig für Wahrnehmung, Gefühle, Fortbewegung und Denken. Aus diesem Grund finde sich der Vergleich mit einem Oktopus: 5 Arme für die Sinne, hinzu treten Arme für das Denken, das Sprechen sowie die Fortpflanzung.

Benennen Sie das Fortwirken von antiken Vorstellungen, die sich bis heute gehalten haben.
Die Antike mutmaßte bereits über die Vererbung von an Charakteristiken an Nachkommen - allerdings aufgrund der Seele anstatt von Genen. Außerdem gab es drei Modelle zur Beschreibung der menschlichen Fortpflanzung: 
- das Blumentopfmodell, bei dem der Mann ein winziges Menschlein in den Leib der Mutter pflanzt,
- das Modell von Puzzleteilen, bei dem die Elternteile Körperteile an Nachkommen abgeben, und
- das Baumeistermodell.
Gehalten haben sich auch die Bedeutung von Ernährung und Bewegung für die körperliche Gesundheit sowie die Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper, ähnlich der Psychsomatik, die zu Streitigkeiten über die Behandlung psychischer Krankheiten führten.

vgl. dazu auch: der Zeitungsartikel der Berliner Zeitung

Seele, Christoph GeigerChristroph Geiger
Antike Vorstellung von der Weitergabe der Seele durch Fortpflanzung, Christoph Geiger Das Blumentopfmodell